Dies alles ist lästig und störend. Dennoch bezeichnete Flörsheims Bürgermeister Michael Antenbrink unsere Heimatgemeinde Kriftel am Sonntag im Vergleich zur Region noch als eine „Insel der Seligen“ was den Fluglärm betrifft. Auf der gut besuchten SPD-Veranstaltung „Frühstück mit Nachbarn“ im Rat- und Bürgerhaus demonstrierte er anschaulich, dass Kriftel außerhalb der festgelegten Flugrouten liegt. Dass das jedoch nicht so bleiben muss, haben andere Kommunen seit Oktober 2011 schmerzlich erfahren müssen. Seit die neue Landebahn im Oktober in Betrieb genommen wurde, hat der Fluglärm in der Region deutlich zugenommen. Auch bisher unbelastete Gebiete, wie zum Beispiel der Lerchesberg in Frankfurt, leiden jetzt stark unter dem Krach. Um die Rhein-Main-Region nicht unbewohnbar zu machen, so Antenbrink, sei es unabdingbar, weiter für das Nachtflugverbot zu kämpfen. Auch die Zahl der Flüge in den Randregionen der Nachtzeit müsse reduziert werden, sowie die Zahl der Flugbewegungen insgesamt.
Michael Antenbrink machte deutlich, dass er die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens für die Region durchaus anerkennt. Viele Bürgerinnen und Bürger waren auch bereit, mit einem gewissen Maß an Beeinträchtigungen durch den Flughafen zu leben, da sie auch die Vorteile sahen. Wenn Lärm und Abgasemissionen der Flugzeuge die Region immer weiter und stärker belasteten, so könne sich jedoch der Vorteil in einen Nachteil verwandeln. Wenn gutverdienende Menschen sich durch Wegzug vor dem Lärm in Sicherheit bringen – ein Trend, der in Flörsheim derzeit zu beobachten sei – werde auf Dauer das soziale Gleichgewicht leiden. Dann würden auf lange Sicht auch Unternehmen ihren Standort verlagern und damit Arbeitsplätze vernichten. Damit es nicht so weit komme, müsste der Kampf durch alle Instanzen der Gerichte weiter verfolgt werden. Auch Kommunen, die – jedenfalls derzeit – nicht so stark belastet seien, wie zum Beispiel Kriftel, sollten durch Solidaritätsbekundungen ihren Beitrag leisten. Die Anwesenden konnten dem Flörsheimer Bürgermeister dazu mitteilen, dass die Gemeindevertretung Kriftel bereits seit vergangenem Herbst die entsprechende Solidaritätserklärung mitträgt. Hierüber waren und sind sich alle Fraktionen völlig einig.
Nach Michael Antenbrinks einleitenden Worten wurde bei dem traditionell reichhaltigen Frühstück im Rat- und Bürgerhaus noch lebhaft diskutiert. Dabei waren sich alle einig, dass der Kampf gegen den gesundheitsschädigenden Lärm und die umweltbelastenden Emissionen weitergeführt werden muss, damit die Region nicht auf lange Sicht unbewohnbar wird.


